TOSKANA 2005
Anreise:
(Franz, Richard und Willy)

Tag 1: 03.05.2005 (Willy)
Wie immer habe ich keine Ahnung wo wir gefahren sind, fix sind nur: Wildalpen,
Kaiserau (was ganz bsonders Feines) und halt sons immer dem Franz nach, der
seine Sache wie immer hervorragend macht. Abfahrt war in Wien um 10:00, am Ziel
waren wir um 18:50, dazwischen 480km nur Kurven und so gut wie keine Pausen,
allerhöchstens alle 100km eine schnelle Zigarettenpause. Bei einer dieser
seltenen Pausen hat natürlich das einzige nicht italienische Motorrad einen
nicht unwichtigen Teil (Schalthebel) abgeworfen.

Tag 2: 04.05.2005 (Franz)
Nach Richard's Hoppala auf der Turrach (Schalthebel-Aufhängung gebrochen)
organisiert uns Herfried einen Alu-Schweisser in Hermagor. Das Schweissen funzt
wunderbar und die Nav bekommt ein bissl Öl spendiert, nachdem es wieder mal ein
bissl beim Getriebedeckel raus saftelt. Von Hermagor aus geht es das Gailtal bis
Kötschach-Mauthen und dann durch das sehr feine Lesachtal bis Silian. Über
Innichen und Toblach geht es in Richtung Drei Zinnen, wo wir an einem kleinen
See die perfekte Rastgelegenheit finden: Traumhafter Ausblick und herrliches
Wetter, aber leider hat die Hütte zu. Also weiter nach Cortina d'Ampezzo, Pizza
bzw. Lasagne (Kinder-Portion, gell Richard ;-) eingeworfen, getankt und den Giau
unter die Räder genommen. Über Caprile, Alleghe und Cencenighe geht es weiter
in Richtung Etappenziel Falcade, das wir zwar wegen eines Gewitters nicht ganz
erreichen, dafür finden wir ein super Quartier kurz vorher. Ausgiebiges
Abendessen und gute Nacht um 22h.

Tag 3: 05.05.2005 (Franz)
Nachdem es sich in der Nacht kräftig ausgeregnet hat, startet der Tag
zunächst wolkenverhangen und nebelig, aber es lichtet sich nach und nach. Die
Nav verliert nicht nur Öl über den Getriebedeckel, sondern auch Luft aus dem
Hinterreifen. Deswegen bin ich gestern so herum gerutscht. Wir beschließen, die
ursprünglich geplante Route zu fahren, was sich als sehr gute Wahl heraus
stellt. Bereits am ersten "Hügel", dem Passo Valles, scheint die
Sonne. Es geht weiter auf den Passo di Rolle, wo es Richard's Schalthebel an der
Schweißstelle wieder zerlegt. Den Berg runter ist Richard aber trotzdem um
nichts langsamer als Willy und ich. In der Nähe von Mezzano finden wir in einer
Werkstatt kompetente Hilfe und jetzt ist die Schalterei wohl endgültig fixiert.
Über den Passo Brocon, auf dem es zu regnen beginnt, geht es nach Castello
Tesino und über die enge und kurvenreiche Strecke nach Lamon. Die ist sehr
dreckig und schmierig, ebenso wie schon der Brocon und es beginnt noch stärker
zu regnen. In Fonzaso überlegen wir, wie es weiter gehen soll: Vor uns ein
Gewitter am Monte Grappa und in Richtung Bassano schüttet es. Nachdem es genau
keinen Sinn hat, den Grappa im Nassen zu fahren, beenden wir den Tag frühzeitig
in Feltre bei Pizza und Dolce und versuchen morgen unser Glück.

Tag 4: 06.05.2005 (Franz)
Nachdem wir am Donnerstag die Route wegen eines Gewitters frühzeitig
abgebrochen haben, scheint in der Früh wieder die Sonne. Es war also eine gute
Entscheidung, den Monte Grappa auf heute zu verschieben. Beim Hinauffahren
produziere ich ungewollt und ohne es zu wissen, einen Schotterregen, der auf
Willy niederprasselt. Oben ist der Ausblick auf die Berge der Umgebung und die
vor uns liegende Po-Ebene wie immer gewaltig. Die Po-Ebene selbst ist dann öd
und zach wie immer. Tausende Fahrzeuge, vor allem viele LKWs, quälen sich so
wie wir über die Bundesstraße und durch ungezählte Ortschaften. Italienische
Großstädte sind sowieso grausam, aber Anpeln mit Umlaufzeiten jenseits von 10
Minuten sind der Gipfel an Nervtötung. Unser Ziel, noch nördlich von Bologna
ein Quartier zu bekommen, scheitert an verfügbaren Möglichkeiten, also
umfahren wir Bologna großräumig via Tangentiale und finden eine Alberghe knapp
vor Pianoro.

Tag 5: 07.05.2005 (Franz)
Nachdem wir bereits um 9:45 "on the road" waren, wartet die geile
Strecke nach Firenzuola auf uns. Über Borgo San Lorenzo und Marradi geht es
rüber nach San Benedetto in Alpe, wo uns der Sprudel auszugehen droht und man
uns kein Mittagessen servieren will. Über Dicomano geht es enges Gewürm in
Richtung Loro Ciuffenna, wo ich mich erstmals verfahre. Nach der Kehrtwende geht
es zwar über Quota auf der richtigen Strecke weiter, aber meine beiden
Compagnons verweigern mir die Gefolgschaft und wollen unbedingt über die
Hauptstraße nach Arezzo zuckeln. Dort verfahre ich mich prompt wieder und werfe
die Nerven weg, aber auch Willy findet den Weg nicht. Letztendlich finden wir
aber doch Ort und Quartier und geniessen K.rin's köstliche Pasta.

Gemeinsame Woche:
(Benny, Chris, Franz, Hubsi, K.rin, Manfred, Popschi, Richard, Tom, Tom Tom
und Willy)

Sonntag 08.05.2005 (Willy)
Der erste Tag mit der ganzen Mannschaft und gleich ist der typische Schotter erledigt, danach waren es nur viele viele Kurven, meist ohne nennenswerte Geraden dazwischen. Die beiden Gixxer-Treiber haben auch schon ein wenig "gespielt", nach kurzer Überlegung hat der alte Mann gleich mitgespielt, Franz und ich sind nur noch hinterher gehetzt.

Montag 09.05.2005 (Willy)
Tja, was soll man zu so einem Tag schreiben? Probieren wir es halt mal. Weil das morgendliche Einkaufen für das abendliche Grillen etwas länger dauerte sind wir erst um 11:00 mit dem Frühstück fertig geworden und auf die Motorräder aufgesessen. Danach war es eigentlich nur größtenteils Tiefflug über die herrlichsten Straßen. Das Grillen am Abend endet dann in einer kleinen Würzorgie von Chris. ;-)

Dienstag 10.05.2005 Ruhetag (Franz)
...war leider verregnet. Während einige Leuts nach Montevarchi Mopped und Supermercato schauen fahren, montiert Chris einen Teil der Fazer-Verkleidung, nicht ohne zu improvisieren - der Spannungsregler schaut nicht ganz dort hin, wo er soll. Aber zum Glück gibt's ja noch Richard's Blech vom reparierten Fußraster. Später wird noch der RoadTec, der eigentlich für Chris' Fazer vorgesehen war, auf Richard's "Inselaffen" montiert, da dessen Diablo nur mehr andeutungsweise Profil hat. Am Abend gibt es Pasta.
Mittwoch 11.05.2005 (Franz)
Es ist zwar bewölkt und wir fahren erst gegen Mittag weg, dennoch wird es ein schöner Tag. Über typisch toskanesische Strassen geht es über Buonconvento nach Roccastrada, wo wir zielgenau auf die einzige Regenwolke des Tages treffen, die sich auch prompt bemüßigt fühlt, ein wenig Regen auszulassen. Wir machen halt Pause und während dessen hört es auch wieder auf. Über kurvenreiche Strassen, Monticianu und Colle di Val d'Elsa geht es nach Poggibonsi, wo sich die Mannschaft erfolgreich zerstreut. Wieder vereint, geht es das schöne Stück nach Castellina in Chianti und nach Montevarchi, wo sich Chris noch Bremsbeläge für sein Vorderrad kaufen muss, und ab nach Hause. Das große Erdäpfelgulasch-Machen wird auf Donnerstag verschoben und statt dessen köstlichst in der Pizzeria eingefallen, wo auch Richard's Filius samt neu erworbener SV1000 zu uns stößt.

Donnerstag 12.05.2005 (Franz)
Da der Wetterbericht für Freitag nichts Gutes verheißt, Tom leider nur zwei Tage fahren kann und die SV sowieso eingefahren gehört, fahren wir früh los. Am Programm steht die "Weinrunde" - Montepulciano und Montalcino - sowie der Monte Amiata. Es ist ein perfekter Tag, sonnig aber nicht zu heiß, und es sind perfekte Strassen. Eine davon, südlich von Montalcino, gefällt mir so gut, daß wir sie insgesamt drei Mal fahren ;-) Das enge Kurvengewühl von Buonconvento nordöstlich nach Asciano ist dann ein würdiger Abschluss für einen schönen Tag. Während die eine Partie, schon müde vom Fahren, das diesmal fällige Gulasch zubereitet, fährt die "Nimmersatt"-Partie noch einmal den "Monte Cappuccino" von Colonna del Grillo nach Palazzuolo und wieder retour.

Freitag 13.05.2005 (Willy)
Der letzte Fahrtag beschert uns strahlendes Wetter obwohl der dittrichsche Wetterbericht 70% Regen vorhersagte. Die Herren Popschi und Ka(r)ner hatten die letzte Nacht nicht ganz verkraftet und fuhren etwas später gemeinsam los. Heute wurden, wie jeden Tag, die Kinder von Mutter Gans (Hrn. Kreuzers Bezeichnung für Franz) zum spielen entlassen und ich durfte sogar mal mitspielen, was ich jedoch nuch ca. 5km geschafft habe. Den Abschluß der Fahrerei bildete, wie konnte es auch anders sein, der Monte Cappuccino den der Tom Tom mit K.rins Fazer in höchstem Tempo bezwang, sein Gesichtsausdruck beim Absteigen war eine Mischung aus größter Freude und Entsetzen. Abendliches Restelessen (mit Ausnahme ein paar weniger) und Fotoaustausch beschließen den Urlaub.
